QI
Er streckte seine Finger, öffnete die Hände, hob die Arme zum
Himmel, senkte sie wieder. Wölbte die Brust, öffnete beide Arme
seitwärts, auf der Suche nach dem Regenbogen, balancierte in
seinen Farben, liess sich an den Wolken hängen, spielte mit ihnen
bis sie verdampften.
In einem ruhigen See fing er an zu rudern – eine unendliche
Trance. Steuerte das Boot in Richtung Sonne und kam bis zu ihr,
streichelte ihr sanftes gekrümmtes Profil, hob ihren Schattenriss
auf Schultern und tanzte mit ihr.
Es erschien der Mond, um die Feier von seinem hohen
Blickwinkel aus anzuschauen. Auch er tanzte und bewegte seine
weisse Figur in leuchtender Ekstase. Ein grössere Anzahl von
Tänzern schloss sich freudig an, jubelnd in voller geistiger
Symbiose; Wolken ritten entzückt rund um das Ereignis herum;
ein weiterer schön strahlender Mond tauchte mit sorgfältiger
Zartheit aus dem Wasser auf, auf dem Rücken eines eleganten
Tigers – ein erhabenes Schauspiel jenseits jeder Definition. Er
warf ihn, den Mond, mit dem gepolsterten Teil seiner kräftigen
Pranken immer und immer wieder in die Höhe.
Auf dem anmutigen Wellengang des Wassers flog eine Taube über
den Schaum. Auf halber Höhe der lockere Flug einer Wildgans.
Oben, in der endlosen Vertikalität des Himmels der spektakuläre
Flug eines prächtigen Adlers. Unten am Horizont des Landes
schläft der Regenbogen, die Windmühlen flattern im
Sonnenuntergang.
Von der Wiese aus beobachtet ein Kind das gleichmütige Drehen
der Windmühlenflügel, während es mit einem Ball spielt.
Dieselben Hände, die in wenigen Augenblicken entspannt den
Vorhang dieser Zeremonie zuziehen werden, senken sich auf
beiden Körperseiten nach unten: „Beruhigung des Qi“.
Eine Feier des inneren Friedens, morgen, um die gleiche Zeit, wird sie wiederkehren.
Eine Feier des inneren Friedens, morgen, um die gleiche Zeit, wird sie wiederkehren.
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