Mittwoch, 6. Januar 2016


BRIEF AN EINEN DICHTER 

Du, Dichter, der du jetzt gerade liest,
schaust oder spazierst,
du, der inmitten der Erde lebst,

Punkt, Breite oder Länge,
hier die Bitte eines Naiven: 

Verwandle dein Talent in einen Leuchtturm,
bring den Glanz auf die trüben Wasser der Meere,
mit der Allmacht, die Romantiker haben. 

Weine deine Worte,
um sie den Schiffbrüchigen zu übergeben,

ebne den Weg für diejenigen, die leiden,
du bist das Sprachrohr der Unsichtbaren,
die niemand hört. 

Sei die Stimme derer,
die in Parks und Strassen

allein mit ihrer Hölle sprechen. 

Schrei, spinn, erhebe dich!,
wie ein thronender Fels,
der die Schlucht schützt.

Sprich mit dem Ohr der Erde,
singe die versteckte Schönheit. 



 


































Sei ethisch, würdevoll, mitfühlend, mutig,
scharfsinnig, kosmopolitisch, offen, modern,
um neue Strophen zu flechten. 


Romantisch, subtil, empört, verrückt,

blühe mit deinen schönsten Versen,
lösche alle Etiketten, verlasse die Kapelle,
komm an das Licht der Strasse,
wo die Sonne wärmt. 

Wetze deine Schuhe, wie du es mit den Worten tust,
wenn die Sohlen Risse bekommen, wird das Buch geöffnet,

dann erwarten dich Umarmungen und Wein.
Du wirst nach Hause gehen, müde und betrunken,
um den Ruhm dieser Seiten auszuschlafen. 



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