Mittwoch, 6. Januar 2016


FERDINAND ON LINE

    Er liebte Computer. Alle Modelle, alle Farben, alle Grössen. Da war sein Leben, seine Arbeit, die Tanzfläche, Sex mit seinen digitalen Stars, Kino, Shop, Sportplatz, Familie, Freunde und Feinde. Da hatte er alles und jeden. Er brauchte nur zwanzig Minuten pro Tag, um mit den Hunden spazieren zu gehen – sein schmales Budget reichte nicht für den Hundesitter. 

Das Telefon klingelte, es war seine Freundin Claudia, sie wollte zum x-ten Mal die Vorbereitungen für den Urlaub in Brasilien besprechen. Abgelegene und wilde Strände weit ab der Zivilisation, schöne Hütten, niemand, nichts, ohne Flying-Pizza und ohne Internet. Nur Caipirinha und Bananen. Ein „Fünf-Sterne- Film“. 

Er hat sich standhaft geweigert, rundum und kategorisch, so wie die schöne Silhouete von 115 Kilos seiner somatischen Faszination. Er hat ihr gesagt, dass er glücklich sei in dieser einen Dimension und dass er keine andere entdecken wolle.
Ausserhalb des Internets? Unmöglich! 


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