Mittwoch, 6. Januar 2016


NACHT 

    Die Nacht befeuchtet meine Worte, sie tauchen ins Wasser bis sie keine Spuren mehr hinterlassen und der Fluss, angefeuert von seinem eingenen Rauschen, kehrt mit ihnen zurück, damit sie mich wecken. Jede Nacht schiebe ich mich in ein Bild, einen Fussweg, ein Abenteuer, eine Unstimmigkeit oder einen Schiffbruch. Ich sehe farblose Vögel, den karminrot bemalten Himmel, verstreut im Licht seiner Lippen. Der glatte und naive Horizont wie gewohnt, nur durch den Kirchturm durchzogen oder vom erhabenen Flug der Störche verstellt. Wenn das Schiff abzudriften oder unterzugehen droht, verliere ich im Abenteuer meine Gefährten, die Uneinigkeit endet in einer Schlägerei, der Pfad geht verloren und das Bild stürzt unerwartet zu Boden, ich verliere meine Balance und wache auf. 

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