Dienstag, 8. Dezember 2015


VORWORT 

„Schmetterlinge verfolgen“ hat es mir erlaubt, mich ein bisschen mehr zu diesem ersehnten ureigenen Ort anzunähern, in dem wir uns gerne öfter aufhalten möchten, der sich in Wirklichkeit aber meistens – aus verschiedenen Gründen – mehr von unserer Umlaufbahn entfernt als wir es uns wünschen.

Der Inhalt meiner Geschichten, der Geist, den sie übermitteln möchten, hat mich dazu gebracht, verschiedene literarische Gattungen zu verwenden: kurze und weniger kurze Erzählungen, Berichte, Anekdoten und Gedichte; viele Gedichte, die im ganzen Buch immerfort spriessen – wie Blumen im Frühjahr. Gedichte mit sehr unterschiedlichen Stilen und Strukturen.
Ich wollte mich von Erzählgewohnheiten und Themeneinheiten – die in ein Korsett zwängen und die Kreativität und den Fluss der Erzählung einengen – befreien.
In „Schmetterlinge verfolgen“ habe ich die Gelegenheit, mich in ein breites Spektrum von Figuren zu verwandeln: vom Polit- und Sozialkritiker, Komiker, Kriminalisten, Prediger, Visionär bis zum Beobachter, Nomaden, Reisenden oder Gesprächspartner von Pflanzen und Tieren. 


Obwohl dieses Buch auf den ersten Blick den Anschein erwecken kann, es sei atypisch, habe ich es absichtlich so zusammen- gewürfelt komponiert – wie es in der Regel unser Alltag, so effektiv wie chaotisch, ebenso ist. 

Es sind Reflexionen fast eines Jahrzehnts, eine Form, uns selbst und das Geschehen der Welt zu betrachten. Eine Welt, die ich mit kritischem Blick hinterfrage. Ein Antagonismus von Evolution und Rückschritt, in dem alles mit erstaunlicher Leichtigkeit ineinander verstrickt ist, trägt viele Leute in eine Richtung, die sie sich nicht vorgestellt haben. Eine eilige Welt, in der Zeit gespart wird, aber dann doch nie vorhanden ist.

„Schmetterlinge verfolgen“ ist nicht nur das, es ist viel mehr: es enthält Melancholie, Sarkasmus, Fantasie, Natur und Liebe, viel Liebe. 

Tritt ein in dieses Mosaik und lass dich mitreissen. Begehe die Wege der Empörung, Traurigkeit oder Reflexion. Fühle das Pochen der Natur, erlebe den Geist und die Anatomie der Reise. Tauche mit mir in einen Ozean von zarten, ironischen, träumerischen und leidenschaftlichen Gedichten ein.

Javier Gutiérrez García
Zürich, 9. August 2015

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