Mittwoch, 9. Dezember 2015


STILLE, FAST 

    Ich gehe die Strasse entlang, sehe niemanden, keine Fussgänger, keine Autos, auch die Blätter der Bäume rauschen nicht so sanft wie gewohnt. Solche Ruhe ist erstaunlich. Bin ich von dieser Welt gegangen und in eine andere gelangt? Ich fasse das Verkehrsignal an, es ist aus Metall, es ist real, es existiert. Ich nehme den Weg entlang des Baches, beobachte die auf der Wiese liegenden Schafe. Auf dem Bauernhof ist niemand an der Arbeit, der Hund wacht nicht vor dem Haus. Ich betrete den Wald, nur der anmutige Flug eines Grünfinks begleitet die universelle Stille. Ich verstehe nichts, das spielt aber keine Rolle, ich empfinde eine tiefe Ekstase. Plötzlich erschreckt mich ein lästiger Pfiff. Verdammenswerte Grausamkeit! Ein so ehrwürdiger Tag ohne Menschen wird durch das Schrillen eines verdammten Weckers zerstört. 














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