Mittwoch, 9. Dezember 2015


GEGEN DIE UHR

    Sie hatte mit Nostalgie viele Verflossene verschwinden gesehen. Jetzt verfolgt sie sehnsüchtig das Leben wie eine Melodie über den Äther mit der Hoffnung, ein unbewohntes Herz zu finden. Sie hat in vielen Zeitungen, Chats, Clubs gesucht.
Eines Tages, in dieser Reise gegen die Zeit, fühlte sie eine plötzliche unwillkürliche Berührung einer anderen geistesabwesenden Person, die ohne Eile wartete, wie sie selber. Die beiden dort mitten auf dem Bellevueplatz klammerten sich an die Stange der Haltestelle, ohne den Drang, ein Tram zu betreten oder zu verlassen. Von dort reiste das Flussbett einer neuen Liebe ab, die Strömung, die Punkte, Kommas und Fragezeichen überflutet.
Aus diesem unerwarteten Zufall erhob sich, wie eine prächtige Sommersonne, ein Lied der Zukunft. 

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