„Schmetterlinge verfolgen“ hat es mir erlaubt, mich ein bisschen
mehr zu diesem ersehnten ureigenen Ort anzunähern, in dem wir
uns gerne öfter aufhalten möchten, der sich in Wirklichkeit aber
meistens – aus verschiedenen Gründen – mehr von unserer
Umlaufbahn entfernt als wir es uns wünschen.
Der Inhalt meiner Geschichten, der Geist, den sie übermitteln
möchten, hat mich dazu gebracht, verschiedene literarische
Gattungen zu verwenden: kurze und weniger kurze Erzählungen,
Berichte, Anekdoten und Gedichte; viele Gedichte, die im ganzen
Buch immerfort spriessen – wie Blumen im Frühjahr. Gedichte mit
sehr unterschiedlichen Stilen und Strukturen.
Ich wollte mich von Erzählgewohnheiten und Themeneinheiten –
die in ein Korsett zwängen und die Kreativität und den Fluss der
Erzählung einengen – befreien.
In „Schmetterlinge verfolgen“ habe ich die Gelegenheit, mich in
ein breites Spektrum von Figuren zu verwandeln: vom Polit- und
Sozialkritiker, Komiker, Kriminalisten, Prediger, Visionär bis zum
Beobachter, Nomaden, Reisenden oder Gesprächspartner von
Pflanzen und Tieren.
Obwohl dieses Buch auf den ersten Blick den Anschein erwecken
kann, es sei atypisch, habe ich es absichtlich so zusammen-
gewürfelt komponiert – wie es in der Regel unser Alltag, so
effektiv wie chaotisch, ebenso ist.
Es sind Reflexionen fast eines Jahrzehnts, eine Form, uns selbst
und das Geschehen der Welt zu betrachten. Eine Welt, die ich mit
kritischem Blick hinterfrage. Ein Antagonismus von Evolution und
Rückschritt, in dem alles mit erstaunlicher Leichtigkeit ineinander
verstrickt ist, trägt viele Leute in eine Richtung, die sie sich nicht
vorgestellt haben. Eine eilige Welt, in der Zeit gespart wird, aber
dann doch nie vorhanden ist.
„Schmetterlinge verfolgen“ ist nicht nur das, es ist viel mehr: es
enthält Melancholie, Sarkasmus, Fantasie, Natur und Liebe, viel
Liebe.
Tritt ein in dieses Mosaik und lass dich mitreissen. Begehe die
Wege der Empörung, Traurigkeit oder Reflexion. Fühle das
Pochen der Natur, erlebe den Geist und die Anatomie der Reise.
Tauche mit mir in einen Ozean von zarten, ironischen,
träumerischen und leidenschaftlichen Gedichten ein.
Javier Gutiérrez García
Zürich, 9. August 2015