Montag, 29. Februar 2016


MÜCKE 

    Ich hatte immer das Gefühl, dass die Mücke, abgesehen davon, dass sie eines der aufdringlichsten und nervigsten Insekten ist, einen geringen, ihrer Kleinheit entsprechenden Intelligenzquotienten hat. Ein Zweifel beschäftigt mich: untersucht man ihr Genom, ist es dem des Menschen sehr ähnlich – mit einem bemerkenswerten Unterschied: wir hausen seit 50’000 Jahren hier auf der Erde, aber sie seit mehr als 200 Millionen. 

An diesem schwülen Sommernachmittag umkreist ein hartnäckiger Verdacht mein Gehirn und löst sich nicht: sind sie wirklich klüger als wir? Eine Möglichkeit, die nicht ausgeschlossen werden kann, wenn wir den grossen Anteil der Dummheit unserer Spezies betrachten.
Mücken-Männchen ernähren sich von Pflanzensäften, die Weibchen beissen; sie brauchen das Kohlendioxid und die Milchsäure unseres Schweisses. Und unser Blut, um Eier zu produzieren. Wenn sie unseren Körper beissen, spritzen sie ein Antikoagulant und ein Analgetikum ein, deren Wirkung – leider – nicht lange andauert, eine nette Geste, die aber unseren Ärger nicht besänftigt. 

Auch wenn Mücken zugegebenermassen Schmerzen verursachen: ihre Lebensdauer ist viel geringer als die unsere, ihre Intelligenz aber nicht. 

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