Mittwoch, 28. Dezember 2016

SCHÄTZE

Ich habe den Virus
in Bettlaken gewickelt


die Angst
im Ofen verbrannt


die Neurosen
in der Waschmaschine


die Lügen
befinden sich in Urlaub


meinen Ärger
meditiert


den Zorn
schlafend im Bett


die Ideen
wärmen sich in der Sonne


das Lächeln
schaukelt auf dem Ast



Dienstag, 27. Dezember 2016

ZUFLUCHT

Im Lichtschweif des Mondes
ihre Brust


erschöpfte Einsamkeit
meiner Beklemmung


Zuflucht meiner Zweifel
und meiner Nächte


Ich umarme die Frau
meiner Grösse


in ihren Küssen
betäube ich meine Ängste


in ihrem Haar
erweitert sich mein Horizont



ANATOMIE

Deine Hüften
in Bewegung
sind mein Boot


deine Lippen
wenn sie küssen
das Meer


deine Brust
wenn ich dich erklimme
ein Berg


das Schlagen
deines Herzen
ein Sonnenaufgang


der Blick
deiner Augen
mein Horizont



Montag, 19. Dezember 2016

DIE STADT DER LIEBE

Deine Beine sind
die Alleen


deine Scham
das Ufer


deine Haare
der Wald


deine Brust
der Platz


deine Augen
die Lichter


dein Blut
der Herzschlag


der Stadt
die ich liebe


der Stadt
in der ich wohne



Donnerstag, 15. Dezember 2016

LUFTBLASEN

Goldene Blasen
betrachten mich
unruhig


Eifersüchtig
auf die Zeit
die ich mit dir verbringe


Prickeln begierig

und tauchen
in meinen Bauch ein


Meine Zunge badet

im erfrischenden Schaum
eines blonden Biers


Ich brauche eine heisse Insel
um sie deinen eiskalten Füssen
zu schenken


Mit einem kristallklaren Meer
wo deine Ängste
schwimmen


Und eine strahlende Mittagszeit
um die Blässe meiner Gedichte
zu sonnen.



Sonntag, 4. Dezember 2016



















DIE LIEBENDEN

Er liegt am Strand, lauscht dem Atem der Wellen
empfängt hingebungvoll den Beschuss der Sonnenstrahlen.


Im Schiff nähert sie sich, springt über die Wellen,
mit der seidenen Kadenz, über die Tänzerinnen verfügen,
wie zarte Noten, vom einem Orchester gestreichelt.


Mit einem Teppich aus Schaum
verströmt sie ihre Liebkosungen für dich 

übergibt dir den Geschmack ihrer Ankunft
Du flüsterst eine süsse Melodie auf ihre blassen Poren.


Ihr pochendes Blut zerreisst die Venen,
mischt sich begeistert mit den Luftblasen
legt sich bereit für die Begegnung.


Ihre Füsse betreten den Sand
während sein Körper in ihrer Umarmung schmilzt
mit dem Gähnen der letzten Welle und dem Schlaf der Ebbe.


Dann, unzertrennlich in einer einzigen Silbe „Salz“
werdet ihr ein kostbares Fest der Stille geniessen


WIR SIND

Wir gehören uns und niemandem
ich will und will nicht
Zusammenkommen und Abschied
Zittern der Hand
wir sind blass in der Nacht
Laken und Kissen
Liebe und Lust am Mittag


Vers und leere Seite
Wahrheit und Stille
Erbe und Erfindung
Genie und Unsinn
Herzlichkeit und Gejammer
Vernunft und Wahnsinn
Geist, Knochen und nichts


Von denen, die uns bewundern, die Augen
für diejenigen, die sich an uns erinnern, der Gedanke
von denen, die auf uns warten, das Begehren


Leidenschaft, Magie, Wunder
Schönheit, Sinn, Grund


für die, die uns lieben, das Herz.



SONAMARES

BUCH DER LIEBE

„So viel Zittern der Quellen gibt es in deinem Mund,
wenn ich dich küsse, um mich selbst zu finden.“


Pablo Guerrero
ZIEL

Wie auch immer,
wenn dieses Dilemma für jemand
Spanisch oder nach prähistorischem Wahnsinn klingt
schlage ich eine dynamischere Option vor
die Suche nach einem anderem Ziel:


Wir schliessen uns einem Marathon an!
42195 Meter Mut und Herausforderung!


Bis heute habe ich noch immer
eine ewige und ermüdende Frage:
Warum solch eine Qual?


Wenn obendrein das Ziel
dieses schöne feine Plastikband
der Gewinner längst zerrissen hat.


Ein Fragment eines Flamenco-Liedes sagt:
„Wenn du etwas wünschst, scheint es dir eine ganze Welt zu sein,
wenn du es erreichst, ist es nur Rauch.“